Webseiten-Werkzeuge


wissen:landschaft:fichten_gestalten

Fichten aus Bausätzen gestalten

Mit zwei unterschiedlichen Belaubungsmethoden werden aus feinen Rohlingen individuelle Hochstamm- und Waldfichten.

Fichten aus Bausätzen gestalten

Fichten prägen viele mitteleuropäische Landschaften, wirken im Modell aber schnell zu dicht, zu regelmäßig oder zu kegelförmig. Mit feinen Bausatzrohlingen und zwei unterschiedlichen Methoden der Benadelung entstehen individuelle Bäume, die sich als Hochstammfichten ebenso eignen wie für einen dichten Waldrand.

Die Rohlinge

Die Bausätze bestehen aus einem strukturierten Stamm mit feinen Drahtästen. Vor der weiteren Bearbeitung kontrolliere ich die Silhouette und biege jeden Ast einzeln in seine endgültige Lage. Kein Baum soll vollkommen symmetrisch sein. Trockene oder abgebrochene Äste und eine unregelmäßige Krone machen besonders ältere Fichten glaubwürdig.

Ein filigraner Fichtenrohling mit bereits angelegter Aststruktur.

Ein filigraner Fichtenrohling mit bereits angelegter Aststruktur.

Form und Proportionen

Bei einer Waldfichte reicht die Benadelung weiter nach unten. Eine Hochstammfichte bleibt dagegen im unteren Bereich kahl, weil ihr im dichten Bestand lange Zeit das Licht gefehlt hat. Vorbildfotos helfen dabei, Astabstände und Kronenform nicht nach einem starren Schema aufzubauen.

Die gewünschte Kronenform wird direkt am Rohling festgelegt.

Die gewünschte Kronenform wird direkt am Rohling festgelegt.

Methode eins – Belaubungsmatte

Für die erste Variante reiße ich schmale, unregelmäßige Streifen aus einer feinen Belaubungsmatte. Gerade Schnittkanten vermeide ich, weil sie später sofort auffallen würden. Die Stücke werden ausgedünnt und so klein vorbereitet, dass jedes nur einen Teil eines Astes bedeckt.

Der kahle Rohling ist bereit für die ausgedünnten Mattenstücke.

Der kahle Rohling ist bereit für die ausgedünnten Mattenstücke.

Den Kleber trage ich sparsam auf die Astspitzen auf. Mit Klemmpinzetten halte ich die feinen Mattenstücke fest, bis sie sicher sitzen. Die Benadelung darf nicht als geschlossene Decke erscheinen. Durchblicke zum Stamm und zwischen den Astlagen sorgen für Tiefe.

Kleine Mattenstücke werden locker an den Ästen befestigt.

Kleine Mattenstücke werden locker an den Ästen befestigt.

Die Benadelung wächst Abschnitt für Abschnitt von unten nach oben.

Die Benadelung wächst Abschnitt für Abschnitt von unten nach oben.

Nach dem Trocknen schneide und zupfe ich überstehendes Material zurück. Zu gleichmäßige Bereiche werden wieder geöffnet. Eine Schere dient nur für grobe Korrekturen; die natürliche Wirkung entsteht hauptsächlich durch Zupfen und Ausdünnen.

Die erste Fichte zeigt bereits eine lockere, hängende Aststruktur.

Die erste Fichte zeigt bereits eine lockere, hängende Aststruktur.

Methode zwei – elektrostatische Fasern

Bei der zweiten Variante erhalten Stamm und Äste zunächst einen feinen Kleberauftrag. Kurze Fasern werden mit dem Elektrostaten aufgebracht und bilden zahlreiche kleine Zweige. Nach vollständiger Trocknung richte ich die Fasern mit einer weichen Bürste aus und entferne loses Material.

Rohling, Fasern und Kleber für die elektrostatische Methode.

Rohling, Fasern und Kleber für die elektrostatische Methode.

Die so entstandenen Zweige werden in mehreren dünnen Farbschichten grundiert. Stamm und trockene Äste bekommen gedeckte Braun- und Grautöne. Für die Benadelung verwende ich anschließend feines dunkelgrünes Material. An den Triebspitzen kann ein etwas hellerer Ton sparsam eingesetzt werden.

Der verzweigte Rohling vor dem letzten Auftrag der Nadeln.

Der verzweigte Rohling vor dem letzten Auftrag der Nadeln.

Farbe und letzter Schliff

Ein einziger Grünton lässt den Baum flach wirken. Ich arbeite deshalb von einem dunklen Grundton zu wenigen helleren Spitzen. Der untere Stamm darf außerdem Spuren von Moos und verwitterter Rinde zeigen. Zu helle Effekte werden mit einem sehr dünnen dunklen Farbnebel wieder zusammengeführt.

Auf der Anlage

Mehrere Fichten sollten sich in Höhe, Kronenform und Benadelungsdichte unterscheiden. Direkt nebeneinander gesetzte, identische Bäume verraten sofort den Bausatz. Besonders überzeugend wirken einzelne ältere Hochstämme am Waldrand, ergänzt durch kleinere, dichtere Exemplare und niedrigen Unterwuchs.

Fazit

Beide Methoden führen zu glaubwürdigen Bäumen. Mattenstücke ergeben schnell hängende, dichte Astpartien; elektrostatische Fasern bieten besonders viel Kontrolle über feine Zweige. Entscheidend bleiben eine unregelmäßige Silhouette, sichtbare Zwischenräume und zurückhaltende Farben.


Zurück zu den Anleitungen · Zur Bildergalerie

wissen/landschaft/fichten_gestalten.txt · Zuletzt geändert: von 127.0.0.1