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BR 151 – aus Grün wird alt

Die grüne Lok wird zerlegt, neu nuanciert und mit feinen Verschmutzungen zu einem glaubwürdigen Betriebsmodell.

BR 151 – aus Grün wird alt

Ein Modell glaubwürdig zu altern, gehört für mich zu den spannendsten Arbeiten im Eisenbahnmodellbau. Die größte Hürde ist oft der erste Schritt am schönen, neuen Modell. Wer sich vorsichtig herantastet, merkt jedoch schnell, dass keine Magie dahintersteckt. In diesem Artikel zeige ich eine einfache Methode, mit der die grüne BR 151 ein überzeugendes Betriebsbild erhält.

Die Demontage

Für die Alterung zerlege ich die Lok mithilfe einer Pinzette und eines kleinen Schraubendrehers in ihre Baugruppen. Vorher fotografiere ich das Modell aus mehreren Blickrichtungen und dokumentiere Kabel, Rastnasen sowie die Lage kleiner Bauteile. Das erleichtert später den korrekten Zusammenbau.

Die Lokomotive ist für die Alterung zerlegt

Die Lokomotive ist für die Alterung zerlegt

In wenigen Schritten ist die 151er in ihre Einzelteile zerlegt. Fotos helfen dabei, am Ende jedes Teil wieder auf den angestammten Platz zu setzen.

Der Lokkasten (Grundierung)

Um das Grün der Lokomotive alt aussehen zu lassen, genügt es nicht, nur etwas Pulverfarbe aufzutragen. Für dieses Modell habe ich ein älteres Modulationsset von AK Interactive mit der Bezeichnung „AK028 – 4BO Russian Green“ verwendet. Die Farbtöne dienen hier der Aufhellung und Schattierung; sie sind keine exakte Vorgabe für den DB-Farbton. Wer einen bestimmten Betriebszustand nachbilden möchte, sollte die Grundfarbe mit Vorbildfotos und dem zum Zeitraum passenden Farbton abgleichen. Ob die Farben verdünnt werden müssen, hängt von Düse, Luftdruck und verwendetem Farbsystem ab.

Der grüne Teil

Vor dem Lackieren decke ich alle Bereiche ab, die unverändert bleiben sollen. Für größere Flächen verwende ich Malerkrepp, für feine Zierstreifen Micron Masking Tape von Aizu und für kleine Konturen den Abdecklack „Color Stop“ von Revell. Auch das DB-Emblem wird sorgfältig geschützt.

1 mm Abdeckband passt genau auf den Zierstreifen.

1 mm Abdeckband passt genau auf den Zierstreifen.

Ist alles abgeklebt, geht es mit der ersten Farbschicht los. Deckend trage ich eine Schicht Russian 4BO Base AK-031 auf. Ist alles durchgetrocknet, beginne ich, die geraden Flächen und die Dachmitte mit Light Base AK-032 zu lackieren. Die Rundungen lasse ich weitgehend aus. Dadurch entstehen weiche Übergänge zu den ausgebleichten Flächen. Ist auch dieser Farbauftrag trocken, setze ich mit Highlight AK-033 sparsame, unregelmäßige Aufhellungen auf größeren Flächen.

Schwarze Flächen

Das gut durchgetrocknete Grün decke ich nun mit Malerkrepp ab. Beschriftungen und kleine Anbauteile bepinsle ich mit „Color Stop“. Nun wird gebrusht. Mit Tamiya XF-1 Flatblack, leicht verdünnt, trage ich eine dünne Farbschicht auf.

Abgeklebt, bepinselt mit Abdecklack.

Abgeklebt, bepinselt mit Abdecklack.

Das Zierband wird erst ganz am Schluss, wenn alle Alterungsspuren angebracht wurden, mit Klarlack übersprüht. So verliert es an Glanz. Den Abdecklack entferne ich vorsichtig mit einem festen, aber nicht kratzenden Pinsel oder mit der Fingerkuppe.

Der Führerstand

Da der Lokkasten für die Lackierung bereits abgeklebt ist, gestalte ich bei dieser Gelegenheit auch den Führerstand. Die Innenwände erhalten einen passenden hellen Farbton, der Steuerstand ein helles Grün. Anschließend werden die Armaturen mit dem feinen Pinsel hervorgehoben. Vorher prüfe ich anhand von Vorbildfotos, welche Farben zur dargestellten Ausführung und Epoche passen.

Der Steuerstand

Der Steuerstand

Dachaufbauten

Die Abdeckung im Mittelteil der Lokomotive spritze ich mit einer Mischung aus Tamiya XF-20 Medium Grey und XF-69 Nato Black. Grundfarbe XF-20, je mehr XF-69 desto dunkler. Die restlichen Verschmutzungsspuren werden später mit Pigmenten aufgebracht.

Maschinenraum

Die beiden Maschinenraumteile behandle ich mit AK Interactive Wash Dark Brown AK 045. Es geht mir nur darum, die Konturen hervorzuheben und so etwas Tiefe zu erzeugen. Mit einem dünnen Pinsel trage ich das Wash auf. Trocknen lassen und fertig.

Vor dem Auftrag

Vor dem Auftrag

Der Lokkasten: Alterungsspuren

Jetzt ist es an der Zeit, die ersten Anbauteile wieder zu montieren. Ich fange mit den Lüftungsgittern an.

Sind die Lüftungsgitter an ihrem Platz, kommt das gleiche Wash (AK Interactive AK 045 Dark Brown) wie beim Maschinenraum zum Einsatz. Mit einem dünnen Pinsel trägt man es von rechts nach links auf. Das Wash verteilt sich selbstständig in den Vertiefungen.

Auf die gleiche Weise behandle ich die übrigen Konturen. Danach lasse ich das Wash vollständig durchtrocknen. In diesem Zwischenstadium wirkt der Schmutzauftrag noch grob; die Übergänge werden im nächsten Arbeitsschritt kontrolliert verblendet.

Das Wash ist durchgetrocknet.

Das Wash ist durchgetrocknet.

Ein dünner Pinsel und wenig „White Spirit“ helfen weiter. Zuvor prüfe ich an einer unauffälligen Stelle, ob Grundfarbe, Klarlack und Lösungsmittel miteinander verträglich sind. Ich tauche den Pinsel in die Lösung, streife ihn kurz auf einem Küchentuch ab und ziehe ihn über den Schmutz. Diesen Vorgang wiederhole ich vorsichtig, bis sich das Wash anlöst und in die Ecken und Kanten schieben lässt. So entstehen weiche und fleckige Schmutzspuren.

Vorher

Vorher

Um Ablaufspuren zu erzeugen, benutze ich Dark Streaking Grime von AK Interactive. Mit einem dünnen Pinsel trage ich kleine Punkte oder Striche auf. Nach kurzer Ablüftzeit ziehe ich sie mit einem leicht angefeuchteten, breiteren Pinsel von oben nach unten aus.

Auftragen und gleich wieder abnehmen mit dem breiteren Pinsel

Auftragen und gleich wieder abnehmen mit dem breiteren Pinsel

Als Nächstes verschmutze ich das Dach. Dafür eignen sich Lacke, Ölfarben oder Pigmente. Bei diesem Modell verwende ich Pigmente. Für punktgenaue Spuren nehme ich einen kleinen, dünnen Pinsel, für größere Flächen einen breiteren. Zum Einsatz kommen „Rost dunkel“, „Schmutzpuder grünbraun“, „Rußschwarz“ und „Rost mittel“ von ASOA.

Mit einem dickeren Pinsel trage ich „Schmutzpuder grünbraun“ großflächig auf und arbeite die Pigmente ein. Mit einem kleinen, dünnen Pinsel verteile ich etwas „Rußschwarz“ auf den Laufgittern und den Steckplätzen für die Isolatoren. Bin ich mit dem Grad der Verschmutzung zufrieden, fixiere ich die Pigmente vorsichtig mit Klarlack von Revell. Dadurch dunkeln sie etwas nach.

Nach der Massage

Nach der Massage

Weiter geht es mit den Isolatoren. Nach der Montage trage ich mit einem dünnen Pinsel etwas „Schmutzpuder grünbraun“ auf und fixiere es zurückhaltend.

Auf in den Dachgarten. Die Stromabnehmer und die Leitungen werden mit Tamiya XF-1 Flat Black nicht ganz deckend lackiert, wenn durchgetrocknet noch mit „Schmutzpuder grünbraun“ gepudert und mit Mattlack fixiert.

Fertig montiert.

Fertig montiert.

Der Unterbau

Bei meiner 151 kann man das Getriebe vom Drehgestell lösen. So lassen sich die Pigmente gezielt aufbringen. Grundiert wird wieder mit Tamiya XF-1 Flat Black. Bei dieser Gelegenheit kann man auch die Pufferbohle und die restlichen Zurüstteile grundieren. Die erste Pigmentschicht besteht aus „Schmutzpuder grünbraun“. Danach wird auf die Federn mit einem dünnen Pinsel „Rost dunkel“ getupft. Abschließend kommt „Rost mittel“ auf die Achslager und den Träger. Wo die einzelnen Farbstufen klar getrennt bleiben sollen, fixiere ich sehr dünn mit Mattlack. Laufflächen, Stromabnehmer und elektrische Kontaktstellen bleiben frei von Farbe und Pigmenten.

Verwendete Materialien

  • älteres AK-Interactive-Set „AK028 – 4BO Russian Green“
  • Weathering Set for Green Vehicles
  • Tamiya- und Revell-Farben
  • ASOA- und Vallejo-Pigmente
  • White Spirit
  • Aizu-Maskierbänder und Abdecklack

Beim Airbrushen und beim Umgang mit lösemittelhaltigen Washes arbeite ich mit Absaugung, geeigneter Schutzausrüstung und nach den Herstellerangaben. Vor dem Zusammenbau kontrolliere ich alle beweglichen und stromführenden Stellen und mache anschließend eine vorsichtige Probefahrt.

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