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Trockenmauern glaubwürdig gestalten

Gipsteile werden angepasst, verfugt, koloriert und so in die Landschaft eingebaut, dass eine natürlich gealterte Trockenmauer entsteht.

Trockenmauern glaubwürdig gestalten

Trockenmauern sind ideale Blickfänger an Böschungen und Geländekanten. Damit die einzelnen Gipssegmente nicht wie aufgesetzte Fertigteile wirken, müssen Verlauf, Fugen, Farbe und Bewuchs gemeinsam geplant werden. Auf diesem Anlagenteil begleitet die Mauer eine gebogene Strecke und gliedert das Gelände in mehrere Höhen.

Stellprobe und Verlauf

Vor dem Kleben lege ich alle Segmente lose aus. Die Mauer folgt keiner perfekten Kreislinie, sondern bekommt leichte Knicke und unterschiedliche Höhen. Besonders wichtig sind die Anschlüsse an Treppe, Gelände und bereits vorhandene Gleise.

Die einzelnen Gipsteile werden vor dem Einbau sortiert und angepasst.

Die einzelnen Gipsteile werden vor dem Einbau sortiert und angepasst.

Die Teile zuschneiden

Gips lässt sich mit feiner Säge, Messer und Schleifpapier gut bearbeiten. Schnittkanten sollten nicht sichtbar bleiben. Ich breche deshalb einzelne Steine nach und setze lose Stücke so ein, dass die Struktur über die Stoßfuge hinweg weiterläuft.

Die Mauersegmente werden direkt am Gelände zugeschnitten.

Die Mauersegmente werden direkt am Gelände zugeschnitten.

Einbau in den Geländekörper

Der Untergrund besteht aus XPS-Hartschaum. Die Mauerteile werden leicht eingelassen, damit sie nicht vor der Böschung schweben. Hohlräume hinterfülle ich mit passend zugeschnittenem Hartschaum. Danach werden die Segmente dauerhaft verklebt.

Der gebogene Mauerverlauf ist in den Unterbau eingepasst.

Der gebogene Mauerverlauf ist in den Unterbau eingepasst.

Fugen schließen

Stoßstellen und kleine Fehlbereiche verschwinden mit frisch angerührtem Modellgips. Ich trage nur wenig Material auf und arbeite die Steinstruktur noch im feuchten Zustand mit Messer und feinem Werkzeug nach. Zu glatte Reparaturstellen würden nach dem Kolorieren sofort auffallen.

Frischer Gips verbindet die Segmente und schließt offene Stellen.

Frischer Gips verbindet die Segmente und schließt offene Stellen.

Grundfarbe und einzelne Steine

Die Grundierung erfolgt mit einem hellen Grau-Beige. Danach bekommen einzelne Steine sehr dünne Lasuren in Grau, Braun, Ocker und einem zurückhaltenden Grün. Die Unterschiede bleiben bewusst gering; eine bunte Mauer würde unnatürlich wirken.

Farbstifte und dünne Lasuren setzen erste Nuancen auf einzelnen Steinen.

Farbstifte und dünne Lasuren setzen erste Nuancen auf einzelnen Steinen.

Ein dunkles Wash läuft in die tiefen Fugen und verstärkt die Schatten. Überschüsse nehme ich auf den Steinflächen wieder ab. Nach dem Trocknen werden die Kanten mit einem sehr hellen, fast trockenen Pinsel vorsichtig hervorgehoben.

Washes betonen Fugen und unregelmäßige Steinoberflächen.

Washes betonen Fugen und unregelmäßige Steinoberflächen.

Gleis und Bodenflächen

Die umgebenden Flächen werden gleichzeitig mitgestaltet. Schienenprofile erhalten Rosttöne, der Schotter wird mit gedeckten Farben vereinheitlicht. Direkt am Mauerfuß sammelt sich feines Erdmaterial; größere Steine und Geröll liegen nur dort, wo sie landschaftlich sinnvoll erscheinen.

Erde und Schotter verbinden Gleis, Treppe und Mauerfuß.

Erde und Schotter verbinden Gleis, Treppe und Mauerfuß.

Grundbegrünung

Auf braun vorgefärbtem Untergrund folgt eine kurze Grundbegrasung. Der Kleber wird nicht bis an jede Mauerkante gleichmäßig verteilt. Kleine kahle Stellen, Geröll und sichtbare Erde sorgen für Abwechslung.

Die erste Faserlage schließt die Landschaft rund um die Mauer.

Die erste Faserlage schließt die Landschaft rund um die Mauer.

Mehrere Faserlängen und vereinzelte Grasmattenstücke bilden den höheren Bewuchs. An der Mauerkrone und in geschützten Ecken darf das Gras dichter stehen. Direkt neben dem Gleis bleibt es kurz.

Die Mauer ist nach der mehrschichtigen Begrasung fest in das Gelände eingebunden.

Die Mauer ist nach der mehrschichtigen Begrasung fest in das Gelände eingebunden.

Bäume und Sträucher

Wenige unterschiedlich hohe Fichten rahmen die Szene. Büsche kaschieren einzelne Übergänge, dürfen aber die Mauerstruktur nicht vollständig verdecken. Vor dem endgültigen Kleben prüfe ich die Positionen aus mehreren Blickrichtungen.

Fichten und Sträucher geben dem kleinen Hang räumliche Tiefe.

Fichten und Sträucher geben dem kleinen Hang räumliche Tiefe.

Letzte Alterung

Mit stark verdünnten Grün- und Brauntönen entstehen feuchte Spuren am Mauerfuß. Feines Laub, dunkle Erde und kleine Pflanzen sitzen bevorzugt in Vertiefungen und zwischen einzelnen Steinen. Ein weicher Pinsel entfernt anschließend loses Material vom Gleis.

Erdige Töne und Bewuchs nehmen der Mauer den frisch gebauten Eindruck.

Erdige Töne und Bewuchs nehmen der Mauer den frisch gebauten Eindruck.

Fazit

Eine überzeugende Trockenmauer entsteht durch Zurückhaltung. Wenige nahe beieinanderliegende Farbtöne, sorgfältig versteckte Stoßfugen und unregelmäßiger Bewuchs sind wichtiger als möglichst viele Effekte.


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