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Realistisches Wasser gestalten

Vom Bachbett über die Abdichtung bis zu Pflanzen, Fischen und Wellen: Wasserbau in nachvollziehbaren Schritten.

Realistisches Wasser gestalten

Realistisches Wasser auf der Anlage ist für viele eine Herausforderung. Wenn man ein paar grundlegende Schritte beachtet, kommt man aber schnell zu einem ansprechenden Ergebnis.

Am ersten Modul meiner Anlage ragen im Wald am Bahnhofsende einige Felsen empor. Für die Geschichte der Szene stelle ich mir vor, dass ein Bach beim Bahnbau teilweise verlegt und durch eine Stützmauer gesichert wurde. Das erweiterte Bachbett kann bei Starkregen größere Wassermengen aufnehmen; im dargestellten Sommer führt es dagegen nur wenig Wasser. Pflanzen, Fische, Enten und einzelne Flusskrebse beleben die ruhige Szene. Ein großes Wasserrohr und die verwitterte Betonmauer deuten an, dass der Bach zeitweise deutlich anschwellen kann.

Das Bachbett vorbereiten

Da der Unterbau aus XPS-Hartschaum besteht, lässt sich das Bachbett leicht mit dem Cuttermesser formen. Um Kerben auszugleichen, besteht meine erste Grundschicht aus feinem Vogelsand. Mit einem Sieb verteile ich den Sand gleichmäßig. Fixiert wird das Ganze mit einer Mischung aus drei Teilen Wasser, einem Teil mattem Modellbaukleber und wenigen Tropfen Netzmittel. Die Schicht soll fest genug sein, aber noch das Einsetzen kleiner Wasserpflanzen erlauben. Vor dem nächsten Arbeitsschritt muss sie vollständig trocknen.

Der aufgesiebte Sand wird fixiert.

Der aufgesiebte Sand wird fixiert.

Als Nächstes dunkle ich das Bachbett ab. Eine Mischung aus Parabraunerde verschiedener Körnungen und Modelscene-Streumaterial siebe ich gleichmäßig auf. Zusätzlich lassen sich einzelne Steine oder feiner Schotter einarbeiten; auch ein Abdunkeln mit Acrylfarbe ist möglich. Vor dem Harzguss müssen alle losen Bestandteile sicher fixiert sowie Farbe und Kleber vollständig durchgetrocknet sein. Andernfalls können Partikel aufschwimmen oder unverträgliche Materialien miteinander reagieren. Ein kleiner Materialtest außerhalb der später sichtbaren Fläche schafft Sicherheit.

Eine Mischung aus Modelscene Streumaterial und Parabraunerde dunkelt das Bachbett ab.

Eine Mischung aus Modelscene Streumaterial und Parabraunerde dunkelt das Bachbett ab.

Aus verschiedenen Resten von MiniNatur entstehen die Wasserpflanzen. Einfach mit der Pinzette in das Bachbett pflanzen.

Aus verschiedenen Resten von MiniNatur entstehen die Wasserpflanzen. Einfach mit der Pinzette in das Bachbett pflanzen.

Gießharz und Abdichtung

Das Wasser selbst stelle ich mit einem Gießharz für den Modellbau dar. Da das Harz sehr dünnflüssig ist, muss das Bachbett vollständig dicht sein. Besonders kritisch ist die Abdichtung der Anlagenkante: Bereits ein kleiner Spalt kann zu einem erheblichen Materialverlust führen. Mit einem kleinen Brettchen, Trennfolie und Knetmasse lässt sich eine provisorische Schalung herstellen. Vor dem eigentlichen Guss prüfe ich sie mit einer kleinen Menge Wasser oder einem geeigneten Testmedium und lasse anschließend alles wieder vollständig trocknen.

Ich umwickle das passende Brettchen mit Frischhaltefolie. Dann schraube ich das Brettchen an die Anlagekante. Aber noch nicht voll anziehen, es soll noch ein kleiner Spalt bleiben. In diesen Spalt kommt nämlich die Knetmasse, erst dann wird das Brett fest verschraubt. Die Frischhaltefolie sorgt dafür, dass beim Entfernen der Abdichtung das Harz nicht am Brett haften bleibt.

Je nach gewünschter Wassertiefe gieße ich das Harz in mehreren Schichten. Eine dünne erste Schicht versiegelt den Untergrund und zeigt frühzeitig, ob noch Undichtigkeiten oder aufsteigende Luftblasen vorhanden sind. Sie garantiert jedoch keine blasenfreien Folgegüsse. Mischungsverhältnis, zulässige Schichtdicke, Verarbeitungszeit und Aushärtung richten sich immer nach dem konkret verwendeten Produkt. Beim Umgang mit Harz trage ich geeignete Handschuhe und Schutzbrille und arbeite gut belüftet.

Details im Wasser

Auf die ausgehärtete Versiegelungsschicht setze ich ein paar Fische. Dazu färbe ich Kümmelkörner mit braungrauer Farbe und klebe die „Kümmelfische“ auf die Oberfläche. So bleiben sie an ihrem Platz, wenn die nächste Harzschicht aufgetragen wird. Wie dick eine Schicht gegossen werden darf, ist produktspezifisch: Zu große Mengen können sich stark erwärmen, vergilben, reißen oder den Untergrund beschädigen. Deshalb gelten ausschließlich die Herstellerangaben des verwendeten Harzes.

Die Kümmelfische sind bereits von der nächsten Harzschicht bedeckt.

Die Kümmelfische sind bereits von der nächsten Harzschicht bedeckt.

Wenn ich mit der Wassertiefe zufrieden bin und das Harz vollständig ausgehärtet ist, entferne ich die Abdichtung an der Anlagenkante. Das überstehende Harz säge ich vorsichtig mit einer feinen Japansäge ab. Schutzbrille und Staubabsaugung verhindern, dass Splitter oder Schleifstaub zum Problem werden.

Die Japansäge ermöglicht einen dünnen, geraden Schnitt an der Anlagenkante.

Die Japansäge ermöglicht einen dünnen, geraden Schnitt an der Anlagenkante.

In der Regel kriecht das Gießharz etwas die Uferböschung hoch. Das bedarf einer kleinen Nachbearbeitung. Die glänzenden Flächen bestreiche ich mit Kleber und streue Parabraunerde auf.

Die fertige Wasseroberfläche. Jetzt fehlen nur noch die Wellen.

Die fertige Wasseroberfläche. Jetzt fehlen nur noch die Wellen.

Auf dem Wasser sollen jetzt auch noch ein paar Enten unterwegs sein. Diese werden einfach aufs Wasser geklebt.

Enten!

Enten!

Wasseroberfläche und Wellen

Danach beginne ich mit der Gestaltung der Wasseroberfläche. Um die Mauer zu schützen, verwende ich Malerkrepp. Für die Wellen kommt die Acrylpaste „Water Effects“ von Vallejo zum Einsatz. Ich verdünne sie für diesen ruhigen Bach vorsichtig mit Wasser und prüfe die Mischung zuerst auf einem Probestück. Zu viel Wasser kann Standfestigkeit, Trocknung und Transparenz verändern. Die gut verrührte Masse tupfe ich mit dem Pinsel großflächig auf die Wasseroberfläche.

Kreisförmig wird die verdünnte Acrylpaste aufgetupft.

Kreisförmig wird die verdünnte Acrylpaste aufgetupft.

Damit die Wogen nicht zu hoch gehen, benutze ich die Airbrushpistole. Mit dem Luftstrahl treibe ich die Wellen in Fließrichtung voran.

Mit dem Luftstrahl aus der Airbrushpistole glätte ich die Wogen.

Mit dem Luftstrahl aus der Airbrushpistole glätte ich die Wogen.

Das Ufer ausgestalten

Wenn die Paste trocken ist, wird sie durchsichtig. Nun kann man mit der Ufergestaltung beginnen.

Nun kräuseln sich die Wellen leicht an der Wasseroberfläche. Die ersten Pflanzen wachsen bereits am Ufer.

Nun kräuseln sich die Wellen leicht an der Wasseroberfläche. Die ersten Pflanzen wachsen bereits am Ufer.


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