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Staubgutwagen glaubwürdig altern

Mit Airbrush, Pigmenten und feinen Gebrauchsspuren bekommt ein sauberer Wagen ein überzeugendes Betriebsbild.

Staubgutwagen glaubwürdig altern

Seit längerer Zeit befindet sich auf meinem Basteltisch ein Roco-Uacs-Staubkesselwagen-Set. Die Wagen sind bereits ab Werk gealtert. Der weiße Kalkstaub passt nach meinem Geschmack jedoch nicht zum dunkelgrauen Untergrund. Außerdem sind die Kessel sehr glatt und ihre Trennfugen deutlich sichtbar. Daher habe ich mich daran gemacht, einen Wagen aufzuwerten.

Der Kesselwagen frisch aus der Packung.

Der Kesselwagen frisch aus der Packung.

Zerlegen und dokumentieren

Bevor man daran geht, den Wagen in seine Einzelteile zu zerlegen, ist es ratsam, viele Fotos von ihm aus verschiedenen Perspektiven zu machen. So findet abschließend jedes Teil wieder an seinen Platz.

Die Kessel bearbeiten

Als ersten Schritt schließe ich die Trennfugen der Kessel mit Spachtelmasse. Dazu nehme ich die Kessel auseinander. Die Masse trage ich mit einer Dosierspritze ohne scharfe Nadel oder mit einer stumpfen Kanüle punktgenau auf eine Kesselhälfte auf. Danach drücke ich die beiden Hälften zusammen und lasse alles vollständig durchtrocknen. Ist die Spachtelmasse fest, schleife ich das überstehende Material ab. Auch den übrigen Kessel raue ich vor dem Lackieren vorsichtig mit 800er Schleifpapier an. So haftet der neue Farbauftrag besser.

Auftragen der Spachtelmasse mit einer gewöhnlichen Spritze

Auftragen der Spachtelmasse mit einer gewöhnlichen Spritze

geschliffene Kessel vor neuer Lackierung

geschliffene Kessel vor neuer Lackierung

Mit Tamiya XF-20 lackiere ich die Kessel und lasse alles 24 Stunden trocknen.

Lackierte Kessel.

Lackierte Kessel.

Fahrwerk und Anbauteile

In der Zwischenzeit arbeite ich am Wagen selbst weiter. Die Wagenbeschriftungen decke ich mit dünnflüssigem Vallejo-Maskiermittel ab. Anschließend werden Wagen und Drehgestelle mit Tamiya XF-69 lackiert. Bei den Achsen bleiben Laufflächen, Spitzenlager und elektrische Kontaktflächen frei. Nach dem Trocknen lässt sich das Maskiermittel vorsichtig mit einem sauberen Radiergummi abrubbeln; erst danach wird der Wagen wieder zusammengebaut.

Der wieder zusammengebaute Wagen.

Der wieder zusammengebaute Wagen.

Schmutz und Gebrauchsspuren

Mit Pigmentfarben von Vallejo (Set „Rost und Öl“ sowie Set „Schmutz und Erde“) wird der Wagen zusätzlich verschmutzt. Die Töne baue ich in dünnen Lagen auf und fixiere nur dort zwischen, wo eine klar getrennte nächste Schicht entstehen soll. Zu viel Klarlack kann Pigmente stark abdunkeln oder ihre staubige Wirkung verändern; deshalb prüfe ich Fixierung und Farbwirkung zunächst an einem Reststück.

Als Erstes trage ich auf Wagen, Drehgestellen und Rädern Umbra-Pigmente (Vallejo 73109) auf. Danach fixiere ich die Schicht vorsichtig. Die Drehgestelle werden von dunkel nach hell gealtert: Auf dunklen Rost (Vallejo 73110) folgt eine Mischung aus dunklem und hellem Rost (Vallejo 73110 und 73107), abschließend etwas heller Rost. Zwischen den Arbeitsgängen fixiere ich bei Bedarf sehr dünn mit Vallejo-Mattfirnis. Da Fixierer Pigmente abdunkeln kann, prüfe ich die Wirkung zuerst an einer unauffälligen Stelle. Zum Auftragen verwende ich einen festen, flach zugeschnittenen Pinsel.

Feine Staubschleier lassen sich mit sehr niedrigem Luftdruck erzeugen. Dabei arbeite ich ausschließlich in einer abgesaugten Lackierkabine und trage geeigneten Atem- und Augenschutz. Sicherer und meist besser kontrollierbar ist es, die Pigmente mit einem weichen Pinsel aufzutupfen oder mit der Airbrush stark verdünnte Staubtöne aufzunebeln. Laufflächen und Lager bleiben frei.

Vallejo-Fixierlack und die ersten Pigmente.

Vallejo-Fixierlack und die ersten Pigmente.

Der typische Kalkstaub

Meine Staubkesselwagen kommen direkt aus dem Kalkwerk. Mit weißem Pigmentpulver stelle ich die schwere Verschmutzung durch den täglichen Einsatz dar. Durch den hellgrauen Untergrund harmoniert die Farbe nun viel besser, die unrealistischen Trennstellen am Kessel sind verschwunden. Ab geht’s auf die Anlage.

Im Kalkwerk

Im Kalkwerk


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