Inhaltsverzeichnis

Eine Ladeszene entsteht

Lkw, Förderband und Laderampe wachsen Schritt für Schritt zu einer stimmigen Granitverladung zusammen.

Eine Ladeszene entsteht

In Aigen gibt es eine schöne Laderampe. Die schönste Laderampe nutzt aber nichts, wenn nicht verladen wird. Das Bahnhofsvorbild, an dem ich meine Anlage anlehne, liegt im Mühlviertel. Die Region ist eng mit Granit verbunden. Daher stammt die Idee, das Gestein per Lkw anzuliefern und in einen Schüttgutwagen zu verladen. Dazu benötige ich einen Lkw, ein Förderband und einen passenden Wagen.

Als Erstes widme ich mich dem Lkw. Ein sehr schönes und passendes Modell ist der Brekina Steyr Lkw. Die auf der Ladefläche angebrachte Kabelrolle benötige ich nicht und montiere sie deshalb ab. Da der eingesetzte Lkw jeden Tag harte Arbeit vollbringen muss, kann ich das Fahrzeug nicht direkt aus der Schachtel auf die Anlage stellen. Der Lkw wird daher in seine Einzelteile zerlegt. Die Scheiben im Führerhaus entferne ich sehr vorsichtig mit feinem Werkzeug, da diese Teile eingeklebt sind. Die Reifen lassen sich problemlos von den Felgen ziehen, die Ladefläche ist gesteckt.

Der Steyr-Lkw ist in seine Einzelteile zerlegt.

Der Steyr-Lkw ist in seine Einzelteile zerlegt.

Um den Lack auszubleichen und Lackabplatzer darzustellen, strahle ich die Teile vorsichtig mit feinem Aluminiumoxid. Dafür verwende ich eine geschlossene Strahlkabine beziehungsweise eine wirksame Absaugung. Frei in den Arbeitsraum geblasenes Strahlmittel ist gesundheitsschädlich und verteilt sich überall. Schutzbrille, geeigneter Atemschutz und die Sicherheitsangaben des Strahlmittels sind deshalb Pflicht. Vor dem Modell bearbeite ich ein Teststück: Die dünne Lackschicht ist schneller entfernt, als man erwartet.

Nach dem Strahlen reinige ich die Teile innerhalb der abgesaugten Arbeitsumgebung mit niedrigem Luftdruck. Alle Ecken und Schlitze müssen frei von Strahlmittel sein, damit die folgenden Farbaufträge zuverlässig haften.

Die Unterseite des Lkws stelle ich rostverschmutzt dar. Dazu trage ich mit der Airbrush etwas Tamiya XF-64 auf. Ist die Farbe trocken, nehme ich einen weichen Pinsel und trage damit Pulverfarben auf. Fixiert wird das Ganze mit AK Pigment Fixer, den ich mit dem Pinsel auftrage.

Pigmentfarben werden mit einem weichen Pinsel aufgetragen und danach mit Pigment-Fixer fixiert.

Pigmentfarben werden mit einem weichen Pinsel aufgetragen und danach mit Pigment-Fixer fixiert.

Die Lkw-Reifen lackiere ich mit AK 720 Rubber Tires. Mit den frisch lackierten Reifen rolle ich durch erdfarbene Pigmente. Die feuchte Farbe sorgt dafür, dass im Reifenprofil Schmutz hängen bleibt.

Nachdem alles getrocknet ist, baue ich den Lkw wieder zusammen.

Nachdem alles getrocknet ist, baue ich den Lkw wieder zusammen.

Sehr schön sind hier die Abplatzer zu sehen. Die durch die Bestrahlung in Mitleidenschaft gezogenen Chromteile werden ganz zum Schluss mit einem feinen Pinsel nachgemalt. Auch das verwitterte Firmenlogo macht einen sehr realistischen Eindruck.

Sehr schön sind hier die Abplatzer zu sehen. Die durch die Bestrahlung in Mitleidenschaft gezogenen Chromteile werden ganz zum Schluss mit einem feinen Pinsel nachgemalt. Auch das verwitterte Firmenlogo macht einen sehr realistischen Eindruck.

Jetzt fehlt noch die Beladung und ein paar Details.

Als Erstes bekommt der Lkw historisch passende Nummernschilder. Für ein Fahrzeug aus dem Mühlviertel der 1970er- oder 1980er-Jahre habe ich ein damaliges Kennzeichen aus dem Bezirk Rohrbach gewählt und im passenden Maßstab ausgedruckt.

Ich habe das Nummernschild nach dem Ausschneiden mit Superkleber gehärtet und aufgeklebt.

Als Ladung verwende ich Granit-Gleisschotter und fixiere ihn mit einer Mischung aus einem Teil mattem Modellbaukleber und drei Teilen Wasser. In einer Ecke bleibt Platz für den Arbeiter, der den Granit auf das Förderband schaufelt.

Ladungssicherung mit Mattkleber.

Ladungssicherung mit Mattkleber.

Das Förderband

Das passende Förderband fand ich bei Weinert. Es ist ein schöner, filigraner Messingbausatz. Da ich wenig Löterfahrung hatte, entschied ich mich für die Klebemethode. Alle Klebstellen habe ich mit einer Messingbürste angeschliffen, entfettet und sparsam mit Loctite 460 geklebt. Dieser Klebstoff ist geruchsarm und neigt laut Hersteller nur wenig zum Ausblühen. Auch hier arbeite ich gut belüftet und beachte das Sicherheitsdatenblatt.

Weinert Bausatz 3392

Weinert Bausatz 3392

Die überstehende Lasche am Förderband wird über die Transportrolle an der Auslegerspitze gebogen.

Die überstehende Lasche am Förderband wird über die Transportrolle an der Auslegerspitze gebogen.

Das Förderband ist einsatzbereit.

Das Förderband ist einsatzbereit.

Die beiliegende Anleitung führt anschaulich durch die einzelnen Bauschritte. Wenn die Klebestellen angeschliffen, sauber und fettfrei sind, lässt sich das Förderband gut zusammensetzen. Nachdem der Rohbau fertig ist, geht es ans Lackieren. Vor der Messinggrundierung raue ich die Oberfläche sehr fein an und entfette sie erneut. Das kann in der Strahlkabine oder vorsichtig mit einem geeigneten Schleifvlies erfolgen.

Um das Gummiband darzustellen, das später den Granit in den Wagen befördern soll, verwende ich wie bei den Lkw-Reifen AK 720 Rubber Tires. Kreppband schützt die angrenzenden Flächen.

So sieht es aus: das Förderband frisch vom Werk.

So sieht es aus: das Förderband frisch vom Werk.

Den letzten Schliff verpasst man dem Förderband mit etwas Schmutz.

Die Laderampe

Jetzt widme ich mich noch der Laderampe.

Die Laderampe besteht, so wie die Mauern, aus Abgüssen aus den Langmesser-Formen. Die Abgüsse lassen sich mit einer kleinen Tischkreissäge in die gewünschte Form schneiden.

Die Laderampe wird ans Gleis angepasst.

Die Laderampe wird ans Gleis angepasst.

Ist die Rampe am gewünschten Platz und stimmen vor allem die Abstände, sodass keine Fahrzeuge an der Ladekante schleifen, kann alles verklebt werden. Ein Alleskleber ohne Lösungsmittel eignet sich dazu am besten (z. B. Tesa Rot). Bevor ich weiterarbeite, lasse ich alles gut trocknen.

Nun soll die Laderampe eine realistische Farbgebung erhalten.

Dazu verwende ich die hoch pigmentierten Vallejo Farben.

In wenigen Schritten gelingt die Farbgebung. Grundfärbung deckend mit 152. Bei Bedarf etwas Wasser beimengen, die Konturen der Abgüsse dürfen nicht zugeschmiert werden.

Die Laderampe ist grundiert.

Die Laderampe ist grundiert.

Jeder Farbauftrag muss vollständig trocknen. Wie lange das dauert, hängt von Farbe, Schichtdicke und Raumklima ab; im Zweifel lasse ich die Teile über Nacht liegen. Die durchgetrockneten Farbschichten bearbeite ich vorsichtig mit 800er Schleifpapier, um kontrollierte Unregelmäßigkeiten zu erzeugen.

Als Nächstes mische ich aus 111 und Wasser eine Lasur und gebe etwas Fließverbesserer hinzu. Den Fließverbesserer gibt es auch von Langmesser als Konzentrat. Die Lasur kriecht in alle Ritzen und Konturen. Wieder trocknen lassen und dann leicht schleifen.

Die genannten Arbeitsschritte wiederhole ich mit Lasuren aus Black Wash, Green Brown (114) und Mahogany (139).

Abschließend hebe ich die Lichtkanten mit 151 oder 152 hervor. Dabei nutze ich die Graniertechnik. Das Abschleifen fällt hier aus.

Um Schmutz und Moos in den Plattenzwischenräumen darzustellen, benutze ich AK Interactive Wash AK 026 und AK 027. Rostspuren durch korrodierende Metallteile entstehen mit AK 012. Das Wash wird mit einem dünnen Pinsel punktuell aufgetragen.

Damit die Farbe im nächsten Arbeitsschritt gut verläuft, platziere ich Farbpunkte an den Ecken der Bodenplatten.

Damit die Farbe im nächsten Arbeitsschritt gut verläuft, platziere ich Farbpunkte an den Ecken der Bodenplatten.

Jetzt sollte das Wash zirka eine halbe Stunde trocknen.

Dann löse ich die getrocknete Farbe vorsichtig mit AK White Spirit (AK 047) an. Zuvor prüfe ich an einer unauffälligen Stelle, ob Untergrund, Farbe und Lösungsmittel miteinander verträglich sind. Mit einem leicht angefeuchteten, feinen Pinsel bearbeite ich den Farbpunkt kreisförmig. Wenn sich die Farbe löst, zieht die Flüssigkeit in die Fugen ein.

Den gleichen Vorgang wiederhole ich mit dem dunklen Grün (AK 026) und AK 012 für die Rostspuren.

Abgedunkelt mit AK 026

Abgedunkelt mit AK 026

Einbau in die Landschaft

Jetzt muss die Laderampe noch fließend in die ansteigende Landschaft am hinteren Hang übergehen.

Zuerst trage ich etwas Streumaterial am Übergang auf. Fixiert wird das Ganze mit einer Mischung aus Dispersionskleber und Wasser mit ein paar Tropfen Fließverbesserer.

Für diese Arbeiten verwende ich matten Modellbaukleber: unverdünnt zum Begrasen und verdünnt zum Fixieren von Streumaterial und Gleisschotter. Das verwendete Streumaterial stammt von Modelscene.

Bevor nun Grasfasern zum Einsatz kommen, benutze ich noch Mattenstücke von ModelScene, die ich mit Tesa Alleskleber rot fixiere.

Kleine Mattenreste eignen sich hervorragend, um etwas Leben in die Wiese zu bringen oder Übergänge zu schaffen.

Kleine Mattenreste eignen sich hervorragend, um etwas Leben in die Wiese zu bringen oder Übergänge zu schaffen.

Um den Grasbewuchs in den Plattenfugen darzustellen, verwende ich die kurzen Fasern aus dem Moosflock-Set von MiniNatur. Ich gebe zum Graskleber ein paar Tropfen Fließverbesserer. Mit einem sehr dünnen Pinsel gebe ich etwas Kleber in die Ritze, in der das Gras wachsen soll. Durch den Fließverbesserer zieht das Gemisch in die Fugen ein und verteilt sich weitgehend selbstständig.

Auch am Rampenende ist der Übergang sehr gelungen.

Auch am Rampenende ist der Übergang sehr gelungen.


Zurück zu den Anleitungen · Zur Bildergalerie