====== Rollpflaster mit Prägerollen ====== **Eine einfache Methode, um Pflasterflächen individuell zu prägen, einzubauen und farblich zu gestalten.** {{artikel:rollpflaster:p18.jpg?direct&1000|Rollpflaster mit Prägerollen}} Für dieses Probestück verwende ich Prägerollen von Railnscale. Damit lassen sich Pflasterflächen auch zwischen den Schienen sauber und gleichmäßig in Modelliermasse prägen. Als Probestück habe ich ein kleines Diorama gefertigt, um für das nächste Projekt Erfahrung mit Material und Werkzeug zu sammeln. {{artikel:rollpflaster:p1.jpg?direct&900|Rollpflaster mit Prägerollen}} Als Erstes habe ich aus einer Silikonform eine Hafenmauer mit Treppe gegossen. Um eingeschlossene Luft zu lösen, stelle ich die Form auf eine schwach vibrierende Unterlage und sichere sie gegen Verrutschen. Die Vibration hilft, ersetzt aber nicht das langsame, möglichst luftarme Anrühren und Eingießen. Um alle Abgüsse gleich dick zu bekommen, verwende ich eine Plexiglasplatte, die etwas größer als die Form ist und überschüssige Gießmasse verdrängt. Für das Probeprojekt wäre das nicht zwingend nötig, da ich hier keine Gussteile kombiniere. {{artikel:rollpflaster:p3.jpg?direct&900|Rollpflaster mit Prägerollen}} ==== Die Prägerollen ==== Das Rollenpaket enthält eine schmale Rolle, die zwischen die Schienen eines H0-Gleises passt. Die zweite Rolle ist für fortlaufende Pflasterflächen gedacht. Vor dem Prägen kontrolliere ich Spurweite und Radsatzinnenmaß an einem Probestück, damit später keine Steine in den Spurkranzraum ragen. Als Modelliermasse verwende ich hier die DAS Knetkeramik. {{artikel:rollpflaster:p5.jpg?direct&900|Rollpflaster mit Prägerollen}} Um den Umgang mit den Rollen zu üben, empfiehlt sich ein erster Versuch mit Knetmasse. Dabei bekommt man ein Gefühl dafür, wie viel Anpressdruck für ein sauberes Ergebnis nötig ist. {{artikel:rollpflaster:p7.jpg?direct&900|Rollpflaster mit Prägerollen}} ==== Das Diorama vorbereiten ==== Aus Styrodur habe ich mir einen kleinen Block geschnitten. Auf diesen Block habe ich dann noch dünne Styrodurleisten geklebt. Die Leistenbahnen sind so breit wie die jeweilige Prägerolle. ==== Pflasterstreifen prägen ==== Um die Knetkeramik sauber zu verarbeiten, verwende ich geeignete Einweghandschuhe. Zuerst verteile ich die Masse mit den Fingern zwischen den aufgeklebten Styrodurstreifen. Mit einem runden Stab, oder wie in meinem Fall mit einem Filzstift, rolle ich über die Knetkeramik. Die Styrodurstreifen dienen als Abstandhalter. So wird alles gleich dick. Nach dem Ausrollen lassen sich die Streifen vorsichtig abheben und weiterverarbeiten. {{artikel:rollpflaster:p10.jpg?direct&900|Rollpflaster mit Prägerollen}} ==== Pflaster und Gleis einbauen ==== Den Gipsabguss klebe ich mit Tesa Rot auf den vorbereiteten Styrodurklotz. Das kurze Stück Gleis verklebe ich so, dass eine breite Bahn aus Knetkeramik hineinpasst. Das Gleis habe ich mit der Airbrush etwas gealtert und die Hafenmauer grundiert. Die zunächst kräftigen Farben werden durch die folgenden Lasuren und Washes deutlich zurückgenommen. Trotzdem prüfe ich die Wirkung zwischendurch, damit die Kontraste nicht künstlich wirken. Die Streifen werden nun in beziehungsweise neben das Gleis gelegt. Nur die Unterseite und der Untergrund werden bei Bedarf minimal angefeuchtet; die zu prägende Oberfläche bleibt trocken. Bei größeren Flächen können kleine Stifte oder eine geeignete Verklebung das Material zusätzlich sichern. Wie man auf dem Bild sieht, sind die ersten Keramikstreifen zu dünn. Für den nächsten Versuch erhöhe ich deshalb bereits vor dem Prägen die Materialstärke. Eine zweite, nachträglich aufgelegte Schicht würde leicht sichtbare Fugen und unterschiedliche Höhen erzeugen. {{artikel:rollpflaster:p13.jpg?direct&900|Rollpflaster mit Prägerollen}} Hier beim ersten Test sieht man, dass die Knetkeramik im Gleis etwas zu dünn ist. Der dickere Materialauftrag ergibt ein besseres Ergebnis. Das Befeuchten der Oberfläche erwies sich dagegen als Fehler: Die Prägerolle verschmierte die weiche Masse und die Struktur wurde unscharf. {{artikel:rollpflaster:p15.jpg?direct&900|Rollpflaster mit Prägerollen}} Das frische Pflaster muss nun trocknen. In der Zwischenzeit habe ich die Spundwand mit einem hellgrauen Wash aus einem Teil Vallejo 154 Sky Grey und drei Teilen Wasser sowie einigen Tropfen Fließverbesserer behandelt. Der übrige Teil des Dioramas erhielt umbragrüne Abtönfarbe. ==== Die Farbgebung ==== Das Kopfsteinpflaster habe ich mit Vallejo 154 Sky Grey grundiert. Für dieses Material verdünnte ich einen Teil Farbe mit zwei Teilen Wasser, damit die feinen Prägungen nicht zugeschwemmt werden. Das Verhältnis ist ein Ausgangswert und wird an einem Reststück geprüft. Am hinteren Dioramateil habe ich die Grundbegrünung aufgebracht. {{artikel:rollpflaster:p17.jpg?direct&900|Rollpflaster mit Prägerollen}} Um die Vertiefungen zu betonen, benutze ich Vallejo Wash 73.201. Als Ausgangswert verdünne ich einen Teil Wash mit drei Teilen Wasser und gebe einige Tropfen Fließverbesserer hinzu. Die Mischung wird zuerst an einem Reststück geprüft und anschließend sparsam aufgetragen, damit sie kontrolliert in die feinen Ritzen läuft. Auch die Spundwand bekommt einen ordentlichen Auftrag von dem Gemisch. Bevor ich zum Granieren komme, muss das Wash vollständig durchgetrocknet sein. Andernfalls könnte der Borstenpinsel die darunterliegende Farbe wieder abtragen. Die benötigte Zeit richtet sich nach Schichtstärke, Raumklima und verwendetem Farbsystem. Zum Betonen der Lichtkanten, auch Granieren oder Trockenmalen genannt, benutze ich Vallejo 151 Grauweiß. Dazu gebe ich ein paar Tropfen Farbe auf ein Stück Karton und arbeite sie in den Borstenpinsel ein. Danach streiche ich den Pinsel auf dem Karton fast vollständig aus. Beim anschließenden Überstreichen bleibt nur wenig Farbe an Erhebungen und Kanten hängen. ==== Fazit ==== Die Prägerollen liefern ein sehr ansprechendes Ergebnis. Bei der hier verwendeten Knetkeramik sollte die zu prägende Oberfläche trocken bleiben, damit die Struktur nicht verschmiert. Andere Modelliermassen können sich anders verhalten und sollten zunächst auf einem Reststück getestet werden. Für größere Flächen sind außerdem gleichmäßige Materialstärke, Ansatzstellen und die Offenzeit der Masse besonders wichtig. ---- [[wissen:start|Zurück zu den Anleitungen]] · [[galerie:start|Zur Bildergalerie]]