====== Birken selber bauen ====== **Vom Drahtgerüst bis zum Laub: So entstehen individuelle Birken mit einer feinen, natürlichen Silhouette.** {{artikel:birken_selber_bauen:34.jpg?direct&1000|Birken selber bauen}} Im Handel gibt es viele fertige Modellbäume. Der vollständige Eigenbau braucht zwar Geduld, ermöglicht dafür aber eine individuelle Wuchsform und macht jeden Baum zum Einzelstück. In diesem Artikel zeige ich Schritt für Schritt, wie aus Draht, Strukturmasse, Farbe und feinem Laub eine individuelle Birke entsteht. ==== Was benötigt wird ==== * Lötkolben * Gasbrenner * Abisolierzange * Seitenschneider * Zahnarztwerkzeug (alternativ Zahnstocher) * Graviernadel * Ponal Leim Wasserfest * Litzendraht * Lötzinn, Lötwasser, Lötfett * MiniNatur Birkenlaub Baugröße H0 * Heki 6600 Beton * Heki 7105 Ocker * UHU Hart * Montana Gold Sprühfarben Verwendet werden die Farbtöne 8020 Sahara Beige, CL6340 Olive Green, 1230 Yolk, 7020 Wall und CL8310 Hazelnut. Als Erstes schneide ich für Spur 0 fünf 40 cm lange Litzendrähte ab; für Spur H0 genügen zwei Drähte mit je 20 cm Länge. Einschließlich Isolierung hat jeder Draht 4 mm Durchmesser. Von jedem Draht isoliere ich etwa 10 cm ab. Bevor ich die Drähte verzwirble und mit zwei dicken Kupferdrähten sichere, stecke ich mittig einen Nagel als Standfuß in die Litzen. Nun wird der untere Stamm verzinnt. Ich habe dafür einen Lötbrenner verwendet; ein ausreichend leistungsfähiger Lötkolben lässt sich meist kontrollierter führen. Offene Flamme, heißes Metall und Flussmittel verlangen eine feuerfeste Unterlage, gute Lüftung, Schutzbrille und Abstand zu brennbaren Stoffen. Die Hinweise zu Lötzinn und Flussmittel sind unbedingt zu beachten. Bei richtiger Temperatur zieht das Zinn zwischen die Litzen. Nach dem Abkühlen entferne ich Flussmittelreste sorgfältig, damit später keine Korrosion entsteht. Ist der Stamm ordentlich verzinnt, kann der erste Sicherungsring entfernt werden. {{artikel:birken_selber_bauen:04.jpg?direct&900|Das Drahtgerüst wird verlötet}} //Das Drahtgerüst wird verlötet// {{artikel:birken_selber_bauen:06.jpg?direct&900|Die Äste werden Stück für Stück aufgebaut}} //Die Äste werden Stück für Stück aufgebaut// Nun kann man beginnen, die restliche Isolierung zu entfernen. Hier mein Ergebnis: Jetzt kann man beginnen, die einzelnen Äste zu verzwirbeln. Schrittweise werden auch sie verlötet. Das fertige Ergebnis könnte dann so aussehen: ==== Den Stamm aufbauen ==== Danach wird die ganze Birke mit wasserfestem Leim überzogen. Ich verwende dazu „Ponal Leim Wasserfest“. Damit erreicht man eine schöne glatte Oberfläche, die ohne Probleme mit Acrylfarben weiterbearbeitet werden kann. Der Leim sollte mindestens 24 Stunden durchtrocknen, ehe man mit der Rinde beginnt. {{artikel:birken_selber_bauen:10.jpg?direct&900|Leim bildet die Grundlage des Stammes}} //Leim bildet die Grundlage des Stammes// {{artikel:birken_selber_bauen:12.jpg?direct&900|Der vorbereitete Baumrohling}} //Der vorbereitete Baumrohling// ==== Die Rindenstruktur ==== Jetzt ist es an der Zeit, dass die Rindenstrukturen aufgebracht werden. Ich verwende dazu HEKI 6600 Beton. Diese Farbe ist schön dickflüssig und kann vor dem Durchtrocknen noch mit dem Zahnstocher oder Zahnarztwerkzeug bearbeitet werden. {{artikel:birken_selber_bauen:16.jpg?direct&900|Die Rindenstruktur wird aufgetragen}} //Die Rindenstruktur wird aufgetragen// {{artikel:birken_selber_bauen:20.jpg?direct&900|Feine Furchen geben dem Stamm Tiefe}} //Feine Furchen geben dem Stamm Tiefe// ==== Werkzeuge für die Rindenstruktur ==== * Glas mit etwas Wasser * Pinsel * Heki 6600 Beton * Zahnstocher oder Zahnarztwerkzeug * Heki Beton richtig dick auftragen Ist die Farbe angetrocknet, wird mit dem Zahnstocher (vorzugsweise mit dem Zahnarztwerkzeug) grob eine Rindenstruktur vorgezeichnet. Das Ganze sollte jetzt wieder 24 Stunden trocknen. Mit einem Graviergerät und einer feinen Graviernadel ziehe ich die eingeritzten Furchen vorsichtig nach. Dabei trage ich eine Schutzbrille und vermeide es, den Drahtrohling unnötig tief freizulegen. Danach wird der restliche Baum mit Heki Beton überzogen und erneut vollständig getrocknet. Nun wird der Baum geschliffen und die Äste werden getrimmt. Mit einem kleinen Dremel Schleifer werden alle Kanten und rauen Stellen angeschliffen. Farbnasen und Löttropfen fräst man weg. Die zu langen oder zu schwachen Astenden werden mit dem Seitenschneider gekappt. ==== Die Farbgebung ==== Jetzt wollen wir die Birke mal schön „anfärbeln“. {{artikel:birken_selber_bauen:28.jpg?direct&900|Der Stamm erhält seine Grundfarben}} //Der Stamm erhält seine Grundfarben// {{artikel:birken_selber_bauen:30.jpg?direct&900|Schwarzes Wash betont die Rindenstruktur}} //Schwarzes Wash betont die Rindenstruktur// Dazu verwende ich Sprühfarben aus der Montana-Gold-Reihe. Verwendet werden die Farbtöne 8020 Sahara Beige, CL6340 Olive Green, 1230 Yolk, 7020 Wall und CL8310 Hazelnut. Der Rohling wird mit 7020 Wall grundiert. Dann werden 1230 Yolk und 8020 Sahara Beige in sehr dünnen Nebelschichten aufgetragen. Ich lackiere nur in einer geeigneten Spritzkabine oder im Freien bei ruhiger Luft, mit Atemschutz und entsprechend den Herstellerangaben. Wind würde Farbnebel unkontrolliert verteilen und das Ergebnis verschlechtern. Jetzt werden noch CL6340 Olive Green und CL8310 Hazelnut sehr fein vernebelt. Nach vollständiger Trocknung könnte der Baum dann etwa so aussehen: Nun fehlt noch die weiße Rinde. Dazu verwendet man Abtönfarbe. Borstenpinsel in die Farbe eintauchen und ordentlich auf einem Küchentuch trockenwischen. Dann horizontal über die Rinde streichen. So entsteht ein weißer Schleier. Mit „Vallejo Black Wash“ werden anschließend die Konturen hervorgehoben. ==== Schwarzes Wash auftragen ==== In eine Sprühflasche kommen destilliertes Wasser und sehr wenig Netzmittel. Damit benetze ich den Rohling gleichmäßig, ohne dass große Tropfen stehen bleiben. Das „Vallejo Black Wash“ verdünne ich separat mit etwas von diesem entspannten Wasser. Mit einem Pinsel tupfe ich die Mischung von oben auf den Stamm. Sie läuft in die Vertiefungen und betont die Rindenstruktur. Überschüssiges Wash fange ich unter dem Werkstück auf und nehme zu starke Laufspuren mit einem sauberen Pinsel zurück. Nun werden noch „Highlights“ gesetzt. Dazu verwende ich Deckweiß und Heki Ocker. Mit einem feinen Pinsel wird das Deckweiß stellenweise aufgebracht und verteilt. So entstehen weiche Übergänge. Das Ocker tupfe ich mit einem Borstenpinsel sparsam auf ausgewählte Stellen. Da das Weiß jetzt noch etwas grell wirkt, führe ich die Farbtöne mit einem sehr dünnen grau-schwarzen Nebel aus der Airbrush zusammen. Der Auftrag bleibt so transparent, dass der typische helle Birkenstamm erhalten bleibt. ==== Die Belaubung ==== Der Stamm ist fertig, es fehlt noch die Belaubung. Dazu verwende ich das MiniNatur Birkenlaub H0. Zum Kleben der Laubstreifen benutze ich UHU Hart. {{artikel:birken_selber_bauen:32.jpg?direct&900|Die Belaubung wird in lockeren Streifen angebracht}} //Die Belaubung wird in lockeren Streifen angebracht// {{artikel:birken_selber_bauen:35.jpg?direct&900|Die fertige Birke in der Landschaft}} //Die fertige Birke in der Landschaft// Entgegen der Anleitung in der Packung, schneide ich die Belaubung in Streifen. Die Laubstreifen werden asymmetrisch auf die Äste geklebt: links kurz und rechts lang, danach umgekehrt. So entsteht eine lockere, unregelmäßige Belaubung. Die Birke belaubt man am besten von unten nach oben. Fertig! Eine erste Stellprobe in freier Natur. ===== Weitere Bilder zum Artikel ===== artikel:birken_selber_bauen:01.jpg artikel:birken_selber_bauen:03.jpg ---- [[wissen:start|Zurück zu den Anleitungen]] · [[galerie:start|Zur Bildergalerie]]